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09.06.2014 - Überörtliche Hilfeleistung Unwetter, Düsseldorf
Einsatzinformationen
Datum: 09.06.2014
Alarmierungszeit: 23:31 Uhr
Einsatzende: 11:45 Uhr
Alarmstichwort: Überörtliche Hilfeleistung
Stadt/Gemeinde: Düsseldorf
Ort: Düsseldorf
Alarmiert:
GEI/21 LF10 (LE Gillrath-Hatterath)
GEI/22 LF16-TS (LE Teveren)
GEI/43 LF20 (LE WÜrm)
diverse Kräfte aus dem Kreisgebiet
Einsatzbericht

Es war gegen 23 Uhr 30 und der Pfingstmontag damit schon fast vorbei, als uns eine in zweierlei Hinsicht ungewöhnliche Alarmierung erreichte. Zum einen war es bereits das vierte Mal an diesem Tag, dass wir zum Einsatz gerufen wurden, was für eine Feuerwehr unserer Größe doch sehr selten ist. Zum anderen war das Einsatzstichwort selber sehr ungewöhnlich. "Überörtliche Hilfeleistung" war in den Displays der digitalen Meldeempfänger zu lesen; das war in der Geschichte der Löscheinheit noch nicht vorgekommen.

Nachdem wir uns im Gerätehaus versammelt hatten, wurden wir vom stellvertretenden Wehrleiter Armin Pennartz über die Situation informiert. Das Gewitter, dass auch bei uns einige Stunden zuvor durchgezogen war, hat danach in der Landeshauptstadt Düsseldorf extreme Schäden angerichtet. Die Kollegen der Feuerwehr Düsseldorf und der umliegenden Städte waren durch das enorme Einsatzaufkommen hoffnungslos überlastet. Daher wurde von der dortigen Einsatzleitung ein Kontingent von Feuerwehren aus dem Kreis Heinsberg zur sogenannten überörtlichen Hilfeleistung angefordert.

Es zeichnete sich zu diesem Zeitpunkt bereits ab, das dieser Einsatz länger als üblich dauern würde. Von unserer Löscheinheit wurde als Fahrzeug das LF 8/6 eingeplant. Als Besatzung wurden ein Gruppenführer und 8 weitere Feuerwehrleute ausgewählt, die am folgenden Tag nicht arbeiten mussten oder ohne größere Umstände von ihren Arbeitgebern freigestellt werden konnten. Zusammen mit den Kommandowagen der Wehrleitung und zwei weiteren Löschfahrzeugen aus Teveren und Würm fuhren wir dann alarmmäßig zum Feuerschutzzentrum nach Erkelenz.

In Erkelenz trafen wir uns mit den Kräften der Feuerwehren Erkelenz, Heinsberg und Wegberg, um gemeinsam das Kontingent "Bereitschaft Kreis Heinsberg" zu bilden. Nach einer kurzen Einweisung in die Lage durch Kreisbrandmeister Klaus Bodden verlegte der Konvoi aus 12 Feuerwehrfahrzeugen über die Autobahn nach Düsseldorf. Gegen ein Uhr nachts erreichten wir die Landeshauptstadt und organisierten uns in einem Bereitstellungsraum. Nach einiger Zeit des Wartens wurde die Bereitschaft Kreis Heinsberg in vier sogenannte Züge aufgeteilt, denen dann jeweils bestimmte Straßen als Einsatzgebiet zugeteilt wurden.

Gemeinsam mit den Kollegen aus Teveren und Würm arbeiteten wir uns anschließend durch die uns zugewiesenen Straßen. Das schiere Ausmaß der Zerstörung in der Stadt war unglaublich. Unzählige Bäume waren abgeknickt oder ganz umgestürzt. Dächer waren abgedeckt und zahlreiche Fahrzeuge vollkommen von herabstürzenden Bäumen erschlagen. Ganze Straßenzüge waren unpassierbar. Unser Einsatzauftrag lautete, hier Abhilfe zu schaffen. Mit teilweise vier Motorkettensägen gleichzeitig im Einsatz räumten wir in stundenlanger Arbeit die Straßen so frei, dass zumindest eine Fahrspur nutzbar war. Aus Sicherheitsgründen mussten wir die Maßnahmen am Morgen unterbrechen, da eine neue Gewitterfront aufzog. Das Arbeiten unter den stark in Mitleidenschaft gezogenen Bäumen war einfach zu gefährlich. Wir nutzten die Zeit um uns an der Feuerwache 1 mit Frühstück, Ersatzketten und Kraftstoff für Fahrzeuge und Kettensägen zu versorgen.

Nachdem sich der Wind wieder gelegt hatte, nahmen wir die Arbeiten wieder auf. Gegen halb zehn hatten wir es geschafft. Die letzte uns zugewiesene Straße war ausreichend geräumt, sodass der Verkehr später wieder, wenn auch eingeschränkt, fließen konnte. Letzte Arbeiten wurden dabei durch den Bauhof der Stadt Düsseldorf ausgeführt. Unsere Arbeit war getan. Nachdem wir uns mit den anderen Kräften aus dem Kreis Heinsberg getroffen hatten, konnten wir gemeinsam im Marschverband die Rückfahrt in die Heimat antreten.

Nach der Ankunft in Gillrath wurde zuerst Fahrzeug und Gerät wieder gesäubert und einsatzbereit gemacht. Um halb zwölf Uhr waren auch diese Arbeiten erledigt und der Einsatz konnte für uns nach ziemlich genau zwölf Stunden beendet werden. Danach stärkten wir uns noch mit einem gemeinsamen Mittagessen, um dann nach einer arbeitsreichen Nacht nach Hause in unsere Betten fahren zu können.

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